Meditation
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Meditation

Meditation kommt von lat. "medias" (Mitte) oder/und vom lat "meditatio" (Nachsinnen, in Gedanken vertieft sein). Meditation kann ganz allgemein als Erfahren des inneren Selbst verstanden werden. Entscheidend für eine Meditation ist die Konzentration auf einen Gegenstand der Betrachtung. Dieser Gegenstand der Betrachtung wird sozusagen allein in die Mitte unserer Aufmerksamkeit gestellt und erfüllt unser gesamtes Bewusstsein.

Meditation schärft die Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit des Bewusstseins.

Forschungen haben gezeigt, dass regelmäßig (1-2 mal täglich !) Meditierende wesentlich besser mit Stress umgehen können und in extremen psychischen Belastungssituationen weniger Angst zeigen, als nicht Meditierende (Orme-Johson et al.). Viele direkt oder indirekt streßbedingte Krankheiten wie Hypertonie, ständige Infektionen, Krebs, Herzkranzgefäßerkrankungen u.v.m. lassen sich durch Meditation nachhaltig positiv beeinflussen.

(Nachzulesen unter http://www.ngfg.com/texte/ae041.htm#WASBEWIRKTMEDITATION /

Natur- und Grenzwissenschaftliche Forschungsgemeinschaft)

 

 

Traditionelle Buddhistische Meditation

Das Meditieren beginnt mit "Sila", dem Reinigungsprozess. Dies ist eine systematische Schulung tugendhafter Gedanken und gibt dem Streben des Meditierenden nach Bewusstseinsveränderung eine Richtung. Nun folgt "Samadhi", die innere Sammlung. Das wesentliche Kennzeichen ist das "Nicht -Abgelenktsein", dass am Ende des Sila steht. Ziel der Sammlung ist es, den Gedankenfluss zu bündeln, indem man den Geist auf ein einziges Meditationsobjekt fokussiert. Der Meditierende ist nun bereit für das "Punna", das Wissen oder die Einsicht. Dies wird insbesondere durch "Sati", die Achtsamkeit erreicht. Es wird geübt Sinneswahrnehmungen zu registrieren, ohne zuzulassen, dass sie im Geiste sofort eine Kette gedanklicher Reaktionen auslösen. Er wird Zuschauer seines Bewusstseinsstromes.

Eine Möglichkeit auf die höchste Stufe, das Nirvana, zu gelangen ist der Weg des Hellblicks (Vipassana). In der folgenden Phase der Reflexion liegt die Erkenntnis, dass die Dinge, über die meditiert wird, vom Geist, der über sie meditiert, getrennt sind und ohne eigenes Selbst verlaufen. Nun folgt das "Schein-Nirvana", in welchem der Meditierende eine klare Wahrnehmung des Entstehens und Vergehens eines jeden einzelnen Geistes-Augenblicks hat, begleitet von unterschiedlichen Phänomenen wie Strahlendem Licht, Verzückungsgefühlen, GelassenheitÉ . Diese Phase wird oft als das eigentliche Ziel angesehen und trägt deswegen auch den Beinamen: "Die zehn Trübungen des Hellblicks".

In der folgenden "Erkenntnisphase" erlebt der Meditierende jeden einzelnen Bewusstseinsmoment klarer als je zuvor und nimmt sein Vergehen deutlicher wahr als sein Entstehen. Dies ist eine schreckliche Erkenntnis und der Geist wird von Furcht ergriffen.

In der Phase des "Mühelosen Hellblicks" begreift der Meditierende nun, dass Linderung nur durch einen Stillstand jeglicher Geistestätigkeit möglich ist. Der Meditierende tritt nun ein ins "Nirvana". Im Nirvana sind Begehren, Haften und Eigeninteresse verloschen. Er hat nun sein früheres Ich aufgegeben.

 

 

Transzendentale Meditation (TM)

Die TM ist eine im Westen sehr bekannte Meditationsart und ist eine klassische hinduistische Mantra-Meditation. Ihr Begründer ist Maharishi Mahesh Yogi. Als höchstes Ziel steht hier die Einheit des Geistes und die Einheit des Suchenden mit dem unendlichen Bewusstsein. Der Meditierende beginnt mit dem Wiederholen eines Mantras -einem Sanskrit-Wort oder einem Laut. Er wird angehalten, seinen Geist, sollte er abschweifen, sanft zum Mantra zurückzuführen. Das Glücksgefühl entsteht aus der Stille des Geistes. Mit dem Erreichen des "transzendentalen Bewusstseins" verliert der Geist jede Verbindung zur Außenwelt und verharrt voll Zufriedenheit im Seligkeitsbewusstsein der Transzendenz. Das nächste Stadium besteht darin, das transzendentale Bewusstsein in die Bewußtseinszustände des Wachens, Träumens und Schlafens zu überführen. Den so erlangten Zustand nennt Maharishi "kosmisches Bewusstsein". Dieses Bewusstsein, einmal erreicht, bleibt von Dauer. Vertieft sich das kosmische Bewusstsein, erlebt der Meditierende das Glücksempfinden des transzendentalen Bewusstseins auch in anderen Bewusstseinszuständen. Hier gibt es zwar noch Begierden, doch wird das Handeln nicht mehr von ihnen bestimmt. Ein Zustand des Gleichmuts ist erreicht. Die Turbulenzen und Aufregungen, die mit starken Gefühlen wie Furcht, Trauer, Wut oder heftigem Begehren einhergehen, werden durch einen andauernden Zustand "ruhiger Wachsamkeit" gedämpft werden, bis sie schließlich ganz verschwinden.

Das nächste Stadium ist das Gottesbewusstsein. Auf dieser Stufe wird die Individualität aufgegeben. Dies ist der höchste Zustand der Reinheit, in dem der Meditierende auch die geringste Unreinheit im Denken oder Handeln überwunden hat. Nun befindet er sich in völliger Harmonie mit der Natur und dem Göttlichen. Darüber hinaus kann der TM-Meditierende nur noch das "Einheitsbewußtsein" erlangen, in dem sein Bewusstsein so feinstofflich ist, dass er alles ohne jede begriffliche Illusion wahrnehmen kann.

 

 

Kundalini -Yoga

Kundalini -Yoga, das im Westen mittlerweile eine weite Verbreitung gefunden hat, hat seine Wurzeln in der tantrischen Tradition Indiens. Kundalini ist laut der tantrischen Physiologie eine immense spirituelle Energie, die sich am unteren Ende der Wirbelsäule befindet.

Erwacht die Kundalini in einem Chakra, aktiviert sie die für dieses Chakra typischen Energien. Dies meint typische Verhaltensweisen, Motive und Geisteszustände, die das Denken eines Menschen beherrschen. Das erste Chakra liegt zwischen Anus und den Genitalien, das zweite an der Wurzel der Genitalien und das dritte in der Nähe des Bauchnabels. Diese Chakras stehen für Überlebenskampf, Territorial- und Besitzdenken, rohe Gewalt, Sexualität und Sinnlichkeit, das Bedürfnis nach Macht und Beeinflussung anderer.

Da sich nun viele Menschen energetisch sehr oft innerhalb dieser ersten drei Chakras befinden, versucht Kundalini-Yoga diese Energie in höhere Chakras zu leiten.

Das vierte Chakra liegt in der Herzgegend und steht für selbstlose Liebe und Sorge um andere. Aktiviert Kundalini schließlich die oberen drei Chakras, erlebt der Yogi transzendentale Zustände. Das fünfte Chakra befindet sich am unteren Ende des Halses, das sechste zwischen den Augenbrauen, auch "drittes Auge genannt" und das siebte über dem Scheitel. Wenn es dem Meditierenden gelingt das Kundalini dort hinzuleiten und beständig dort zu behalten, so erlebt er einen Zustand intensiver Ekstase und die Vereinigung mit Gott. Er gilt als befreit von den Fesseln all jener Angewohnheiten und Handlungen der niederen Chakras. Seine Kundalini ist mit "Sahasrara", dem höchsten Chakra, vereinigt. Dieses Chakra wird auch als die "tausendblättrige Lotusblüte" auf dem Scheitelpunkt des Kopfes bezeichnet. Der Meditierende hat in diesem Zustand das Körperbewusstsein vergessen, empfindet außergewöhnliche Glücksgefühle und tiefe Ruhe. Er tut alles in Frieden. Er erledigt die Dinge des weltlichen Lebens und bleibt dabei Betrachter.

 

 

Die jüdische Kabbala

Die kabbalistische Kosmologie geht von einer vielschichtigen Realität aus, in der jede Schicht eine in sich abgeschlossene, vollständige Welt bildet. Diese Ebenen befinden sich in einem hierarchischen Verhältnis zueinander. Die höchste Sphäre ist die des Erzengels Metatron. Jede Ebene verkörpert einen Bewußtseinszustand, doch die meisten Menschen stehen auf den untersten Ebenen -mineralisch, pflanzlich, tierisch. Nach kabbalistischer Auffassung ist der normale, auf diese unteren Ebenen beschränkte Mensch nicht vollständig. Sein Leben verläuft mechanisch, er ist gefangen in seinen Körperrhythmen, seinen eingefahrenen Reaktionen und Wahrnehmungen. Er mag die höheren Möglichkeiten mitunter kurz erahnen, doch verspürt er kein Verlangen, seine Bewußtseinsebene zu erweitern. Die Kabbala will im Schüler das Wissen um die eigene Begrenztheit wecken und ihn darin unterweisen, einen Zustand zu erreichen, in dem er im Einklang mit einem höheren Bewusstsein und nicht länger Sklave seines Körpers und seiner Konditionierung ist. Hierzu muß sich der Meditierende zunächst aller Illusionen über die mechanischen Spielereien des Lebens entledigen. Damit errichtet er das Fundament zum Eintritt in ein höheres Bewusstsein, das "Innere Paradies".

Um diese Aufgabe zu meistern, muß der Kabbalist beobachten, wie Jessod, sein gewöhnlicher Geist oder sein Ich agiert, um sich selbst mit allen Schwächen und Selbstbetrügereien durchschauen und sich der unbewußten Kräfte, die seine Gedanken und Handlungen bestimmen, bewusst werden zu können. Er strebt eine Bewußtseinsstufe (Tifereth) an, einen Zustand der Klarheit, in dem er zum Zeugen oder "Beobachter" von Jessod wird. Aus diesem Zustand erhöhter Selbstkenntnis entsteht etwas, das mitunter als Schutzengel bezeichnet wird, etwas, das einen mühelos und geschickt durch schwierige Situationen leitet. Tifereth geht über den normalen Geist, der sich mit Alltäglichem beschäftigt, hinaus: Das Ich ist überwunden. Dies ist der Bereich des Spirituellen, die Brücke zwischen Mensch und Göttlichem, das Tor zum Paradies.

 

 

 

Atemmeditation

Grundprinzip ist die Wechsel-Atmung aus dem Yoga, eine wichtige Übung des Pranayama, der Energielenkung durch die Regelung des Atems. Die Wechsel-Atmung wird normalerweise im Sitzen ausgeführt. Man klappt zunächst die drei mittleren Finger der rechten Hand nach innen, so daß rechter Daumen und rechter kleiner Finger abstehen. Nun hält man das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen zu und atmet nur durch das linke Nasenloch ein, hält den Atem kurz an, hält dann mit dem kleinen Finger der rechten Hand das linke Nasenloch zu, nimmt den Daumen vom rechten Nasenloch weg und atmet durch das nun offene rechte Nasenloch wieder aus. Anschließend atmet man nur durch das rechte Nasenloch wieder ein, hält an, schließt rechts und atmet links aus, links dann wieder ein usw., also immer abwechselnd durch jedes Nasenloch.

Merkregel: Zum AUSATMEN wechselt man die Seite, beim EINATMEN bleibt man auf derselben Seite. Durch diese Übung werden die positiven und negativen Energien des Körpers ins Gleichgewicht gebracht. Das führt körperlich-seelisch in die Ruhe und so in die Mitte unseres Wesens.

Man atmet in Meditationshaltung sitzend, mit geschlossenen Augen, das Bewusstsein ganz nach innen gesammelt. Sanft atmen - es kommt nicht auf die Luftmenge an, sondern auf die "Leichtigkeit des Atmens" und die Konzentrationskraft. So sanft, als ob man an einer Rose riechen würde!

 

 

 

Christliche Meditation

"Wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet." (Römer 10,9)

Zu diesem Glauben kommt man durch das Wort. Um in diesem Glauben zu bleiben und zu wachsen, dient auch die christliche Meditation.

Die christliche Meditation hat in der christlichen Frömmigkeit einen uralten angestammten Platz. Schon das Wort "Meditation" zeigt an, daß es sich nicht um ein Selbstgespräch, sondern um eine Form des Gebetes handelt.

Der Begriff Meditation geht auf meditari zurück, die lateinische Übersetzung der hebräischen Vokabel hagah. Dies bedeutet ein wiederholendes, betendes Sagen von Schriftworten mit leiser Stimme.

Das religiöse Meditieren läßt sich nicht auf einen Nenner bringen. Kennzeichnend ist, daß sich das Selbst über sich hinaus öffnet. Die psychologisch-immanente Erfahrung wird überschritten hin zur Erfahrung des Göttlichen. Meditierend entsteht ein Bewußtsein, "Gott" in sich zu tragen oder in "Gott" zu versinken. "Gott" gilt nicht als Du, sondern als unpersönliche, alles umfassende Seinswirklichkeit. Er ist der geheimnisvolle Einheitspunkt alles Wirklichen. Gotteserfahrung bedeutet Verschmelzung zur Einheit. Da menschliche Begriffe vor "Gott" versagen, ist die angemessene Haltung ihm gegenüber das Schweigen.

 

 

 

Zen

Die Wurzel des Wortes Zen liegen im Sanskrit-Wort "Dhyana" und bedeutet Meditation.

Eine klassische Methode ist das Zazen. Za steht für "das große Sitzen".

Wer Zazen üben will, setzt sich in die Mitte eines Zafus (rundes, dickes Kissen), und hält sich gerade und streckt die Wirbelsäule vom fünften Lendenwirbel an. Die Beine werden übereinander geschlagen, so dass die Knie fest im Boden verwurzelt sind, wobei der Kopf soweit wie möglich gegen den Himmel strebt. Die linke Hand ruht in der Handfläche der rechten Hand, die Daumen bilden eine waagerechte Linie und berühren sich mit leichtem Druck, die beiden Hände sind in Kontakt mit dem Unterbauch. Das Kinn ist zurückgezogen, der Nacken gestreckt, die Nase senkrecht über dem Nabel, die Schultern fallen auf natürliche Weise. Der Mund bleibt geschlossen, ohne Verkrampfung, die Zungenspitze berührt den Gaumen hinter den oberen Schneidezähnen. Die Augen sind halb geschlossen, wobei man den Blick etwa einen Meter vor sich auf dem Boden ruhen lässt ohne etwas Bestimmtes anzuschauen oder zu fixieren. Die Atmung soll ruhig, lang und tief sein. Die ganze Aufmerksamkeit ist auf die Ausatmung gerichtet. Die Einatmung kommt von selbst, natürlich und automatisch. Der Bauch muss immer frei und entspannt sein und sich vorwölben. In dieser Haltung unterbricht die Aufmerksamkeit, die auf die Atmung und die Muskelspannung gerichtet ist, den Fluss der fortwährenden Gedankenverkettungen und Grübeleien.

Hishiryo (der Bewußtseinszustand während Zazen) bedeutet, die Gedanken vorüberziehen zu lassen. Hishiryo ist das Denken jenseits von persönlichen Gründen und Erwägungen. Es ist das universelle Bewusstsein, das natürlich und automatisch aus der Zazenhaltung und Atmung hervorgeht. Zazen ist nicht die Suche nach etwas Speziellem, es ist Loslassen, die Rückkehr zum normalen Zustand von Körper und Geist.

 

 

Links zu Meditation (kleine Auswahl)

 

http://www.buddhismus.de/

Wer eine Übersicht zur Entwicklung des Buddhismus in Deutschland haben will, ist hier genau richtig.

 

http://www.advaitamedia.com/

Hier werden Bücher, Videos, CDs und mehr zum Thema Meditation geboten.

 

http://www.meditationa.de.tf/

Lust auf Yoga, Meditation und Tantramassage? Hier wird ausführlich darüber berichtet.

 

http://www.german.dhamma.org/

Dies ist die internationale Homepage der Vipassana-Vereinigungen, die Meditationskurse in der Tradition von Sayagyi U Ba Khin organisieren.

 

http://www.tibet.de/tib/tibu/56atem.html

Eine kurze praktische Anleitung für die Atemmeditation.

 

http://www.kabbalah.info

Internationale Informationsseite (derzeit in 21 Sprachen verfügbar!) zu Kabbala.

 

http://www.religio.de/dialog/197/197s14.html

Ein Aufsatz von Pfr. Christian J. Hövermann aus Berlin über Christliche Meditation.

 

http://dogen-zen.de/zazen.html

Diese Seite erläutert die Zen -Meditation auf den Spuren von Meister Dogen, der Gründer der japanischen Soto-Zen Schule (13 Jh.).


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