Literatur-Zirkel
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Literatur-Zirkel
Das Literarische Quintett diesmal nicht vollständig - Harald hatte eine Verabredung mit der Vergangenheit - ein Klassen-Treffen. Alle anderen trafen (zeitlich doch sehr unterschiedlich) zum lustvollem Austausch ein. Wieder einmal inspirierenden Gesprächen bei einem oder mehreren guten Weinen mit Speisen für den Körper, den Geist und die Seele ....
Gabi bittet zu Tisch: Ein in äußerst appetitliche Größe gebrachter salat mit einer delikaten Soße de la casa war der Auftakt des Abends.
Als Hauptgericht folgte gebratener Lachs in einer Hülle mit geheimnisvollen Kräutern - gepaart mit Zitrone und Tomate. Der Reis war körnig und locer. Dazu einen Weißwein: Trentino - Pinot Grigio - ein Italiener aus dem Jahre 2002.
Als Beilage gab es Gespräche zu "Made in Germany", "Ordnung ist das halbe Leben" und "Medien-Kultur".
Maximal 12 Lesebrillen warten darauf, vom Literaturzirkel für besonders gute Bücher vergeben zu werden.
Evi stellt das erste Buch vor:
Die Regie im Gehirn. Wo wir Pläne schmieden und Entscheidungen treffen.
von Elkhonon Goldberg
Broschiert - 340 Seiten - VAK Verlags GmbH, Erscheinungsdatum: März 2002
ISBN: 3935767048, Bestellen bei Book it
Der Autor erzählt zunächst seine Geschichte - warum er sich mit dem Thema Frontallappen beschäftigt - mit 12 Jahren Spinoza gelesen und dann die Suche nach verbindenen Prinzipien. Die Frontallappen haben eine Verbindung zu allen Bereichen des Gehirns. ein Dirigent, der kein eigenes Instrument spielt. Ein Führer, der erst führt, wenn es Komplexität gibt. die Frontallappen gehen einher mit der entwicklung des Selbst. Der Autor erklärt die Funktionsweisen und stellt erweiterte Konzepte zu links (Routine, Struktur) und rechts (Neue Konzepte) und vorn (Handlungen) und hinten (Wahrnehmung) im Gehirn vor.
Dann waren da noch die gradentiellen Strategien ... Neugierig geworden, dann kaufen!
Evi vergibt 11 Lesebrillen
Jetzt fallen uns die wunderschönen Schalen auf, in denen uns ein leckerer Fruchtsalat serviert wird. Schalen , die sich in harmonischer Weise zu den gestreiften Gläsern gesellen, in denen wir noch ein Glas Wein nachschenken.
Jochens Buch-Vorstellung
Die Glücksformel. Oder Wie die guten Gefühle entstehen.
von Stefan Klein
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Rowohlt, Reinbek, Erscheinungsdatum: Juli 2002
ISBN: 3498035096, Bestellen bei Book it
Stefan Klein - ein brillianter
Wissenschafts-Jornalist findet eine packende Art der Darstellung. Es
gibt nunmehr schon 5818 eingetragende Glücksforscher - Menschen,
die das Thema Glück untersuchen. Herr Klein gehört dazu.
Die aussage: Glück ist trainierbar. Das Gehirn ist trainierbar -
es gibt 6 Milliarden Wege zum Glück. Das Einzige, was man
braucht: Man muß wissen, was Glück ist, um Glück zu
erfahren.
Ein guter Titel mit einer guten Gliederung. Der Epilog wirkt zwar
etwas banal, dafür erhält der Autor von Jochen Intermediale
Pluspunkte wegen der Hinweise ins Internet, wie z.B. Glücksformel.de.
Dieses Buch ist zurecht auf der Bestseller-Liste.
11 Lesebrillen von Jochen
Gabis Buch-Vorstellung
'... Worte waren ursprünglich Zauber'. Lösungsorientierte Kurztherapie in Theorie und Praxis.
von Steve De Shazer
Broschiert - 325 Seiten - Verlag Modernes Lernen, Erscheinungsdatum: 1998
ISBN: 3808003456, Bestellen bei Book it
Das Buch hat 2 Teile: Der 1. Teil ist Theorie - 80 Seiten unverständlich zitiert. Wo ist hier der Zauber der Worte?
Der 2. Teil besteht aus Transkripten von Kurzzeit-Therapie-Sitzungen und der Arbeit mit der Wunder-Frage: "Stell Dir vor, heute nacht geschieht ein Wunder. Wie entdecken Sie daß das Wunder geschehen ist? Die Wunderfrage schafft neue Lösungswege. Leider ist das "Hm" nicht phonetisch gekennzeichnet.
In jeder Zeile wird Wertschätzung deutlich. Die Transkripte lesen hat viel Spaß gemacht. Das Einführen von Skalen in die therapeutische Arbeit und den dazugehörenden Fragen waren bereichernd.
Also: Aus einer Skala von 1 - 12 - eins bedeutet dabei ein schlechtes und überflüssiges Buch und zwölf bedeutet ein absolut bereicherndes und inspirierendes Buch. Welche Punkte gibt Gabi? "9"
Aha! Was hätte passieren müssen, damit es eine 12 gibt?
1. Die Theorie bitte verständlicher machen.
2. "Fragen sind Zauber!" wäre ein passenderer Titel.
3. Die Aufmachung verbessern. Aussehen einer wissenschaftlichen Arbeit entspricht nicht den Worten.
Deshalb bleib es bei 9 Lesebrillen von Gabi.
Karsten
Beute.
von Michael Crichton
Gebundene Ausgabe - 445 Seiten - Blessing, Erscheinungsdatum: Dezember 2002
ISBN: 3896672096, Bestellen bei Book it
Dieser Roman handelt von der Bio-, Computer- und Nanotechnologie - die Techniken der Zukunft. Der arbeitslose Biotechnologe Jack wird in die Wüste von Nevada gerufen, wo ein Unternehmen im Auftrag des US-Militärs Miniatur-Überwachungsanlagen bauen soll, die auf organischen Mini-Strukturen basieren. Leider sind die künstlichen Maschinen-Organismen aufgrund eines Fehlers entwichen, und drohen nun ihrerseits Beute auf den Menschen zu machen.
Obwohl es komplexe Themen behandelt führt der Autor Schritt für Schritt in die Welt (Begriffs- und Denkwelt) von Nanopartikeln, Schwarmintelligenz und Beutemustern ein.
Karsten hat es inspiriert, eine Seite zu erstellen, die Hintergrundinformationen und Links enthält. Mehr dazu in Kürze hier.
Ein spannendes Buch bis zur letzten Seite - sehr gut recherchiert - gespickt mit vielen Hintergrundinformationen. Ein Roman mit dem Aufruf zu Behutsamkeit und Achtsamkeit in Bezug auf die neuen Technologien.
Das ist Karsten volle 12 Lesebrillen wert.
Gudruns Empfehlung:
Weltmacht USA. Ein Nachruf.
von Emmanuel Todd
EUR 29,00, Broschiert - 288 Seiten - Piper, Erscheinungsdatum: Februar 2003
ISBN: 3492045359, Bestellen bei Book it
Der französische Sozialwissenschaftlers Emmanuel Todd beschreibt den angeblichen Niedergang der Weltmacht USA.
Ein wichte Argumentationshilfe ist das enorme amerikanische Handelsbilanz-Defizit. Inwieweit diese nationale Meßgröße in der globalisierten Welt wirtschaftlich noch wichtig ist, sei dahingestellt. Nun gut: Die Vereinigten Staaten importieren ein Vielfaches von dem, was sie exportieren. Sie sind, mit anderen Worten, wirtschaftlich stark vom Ausland abhängig und damit für den Autor verwundbar. Politisch würden die USA nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr als Schutzmacht gegen den Kommunismus gebraucht. Aus dieser tiefen Verunsicherung heraus resultiert nach Ansicht Todds der "theatralische Militarismus" der USA: Mit Angriffen auf schwache Gegner wie den Irak wolle die USA eine Stärke demonstrieren, die eseigentlich längst verloren habe.
Die Argumente werden mit Zahlen und Tabellen untermauert. Lesenswerte Ausflüge in die Weltgeschichte wie z.B. der Vergleich der derzeitigen Situation der USA mit den antiken Weltreichen von Griechen und Römern bereichern. Ein spannendes Buch mit manch neuen Ideen für die Diskussion.
Gudrun vergibt 10 Lesebrillen.
Harald, wir freuen uns auf Dein Wiedersehen!!
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