Kleines NLP-Lexikon

aus dem Buch von Karsten Ritschl: Der Geist des NLP -
Neuro-Linguistisches Programmieren zum Kennenlernen,
im
Junfermann-Verlag
und ist das Einstiegs-Buch ins NLP.

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Von A wie Ankern bis Z wie Ziele

 

Ankern ist die Verbindung eines wiederholbaren Reizes mit einer bestimmten Reaktion. Mit Ankern kannst Du gewünschte innere Zustände gezielt aufrufen. Es gibt "natürliche" Anker (z.B. wenn der Geruch von Lebkuchen Dich sofort an Weihnachten erinnert) und "künstliche " Anker (z.B. wenn Du Dein Maskottchen vor der Sportverantaltung dreimal drückst und dadurch Zuversicht spürst).

 

Assoziiert bist Du, wenn Du Dich aus Deiner Person heraus erlebst. Du siehst aus Deinen Augen, Du hörst mit Deinen Ohren, Du spürst Deinen Körper. Günstig, um angenehme Erlebnisse vollständig und intensiv zu erleben. Ungünstig bei stark negativen Erlebnissen. (vgl. Dissoziiert)

 

Auditiv heißt den Gehörsinn betreffend. "Du bist ein auditiver Wahrnehmungtyp" meint, daß Du überwiegend den Hörsinn benutzt. In der Kommunikation benutzte Wörter, die auf eine auditive Wahrnehmung hinweisen, sind z.B. hören, abstimmen, eintönig, klangvoll, laut, Geschrei, Geräusche,..."

 

Augenbewegungsmuster - Während Du Dich erinnerst, Dir etwas vorstellst oder an etwas denkst, bewegen sich Deine Augen für kurze Zeit in bestimmte Richtungen. Die Augenbewegungen können Dir zusätzliche Hinweise darauf geben, wie eine Person sich gerade erinnert oder denkt. Sieht, hört oder spürt sie innerlich? Erinnert sie sich oder phantasiert sie?

 

Bewußt sind Dir all die Dinge, denen Du zum gegenwärtigen Zeitpunkt Deine Aufmerksamkeit schenkst. Du nimmst in einem Augenblick nur sehr begrenzt Deine Wahrnehmung, Dein Denken und Deine Handlungen bewußt wahr. Der überwiegende Teil unserer Kommunikation verläuft auf der unbewußten Ebene.

 

Dissoziiert bist Du, wenn Du Dir vorstellst, Deine eigene Person von einem außenliegenden Punkt zu sehen und zu hören. Du erlebst Dich nicht in Deinem Körper, sondern aus einer Beobachter-Position heraus. Hilfreich, um von negativen Erlebnissen Abstand zu gewinnen. Hinderlich, um z.B. erfüllte Sexualität zu erleben. (vgl. Assoziiert)

 

Futur-pace heißt übersetzt der "Schritt in die Zukunft". Mit dem "Futur-pace" stellst Du die Integration des Gelernten in den All tag sicher. Er wird deshalb auch als "die Brücke in den Alltag" bezeichnet. Der "Future-pace" kann mit einfachen Anweisungen wie: "Stell Dir die nächste Situation vor, in der Du diese neuen Fähigkeiten zur Verfügung haben möchtest." oder mit Übungen und Phantasiereisen durchgeführt werden.

 

Glaubenssätze sind allgemeine Aussagen z.B. über Dich selbst, Deine Beziehungen, Deinen Körper, Deinen Lebensalltag, Deine Arbeit, usw. an die Du persönlich glaubst. Weil Du zu vielen Themen nicht wirklich wissen kannst, was "objektiv wahr" ist, formulierst Du Glaubenssätze. Es sind Deine persönlichen Überzeugungen und Vorstellungen - Deine "persönliche Wahrheit". Die Inhalte der Glaubenssätze beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Denken, unser Verhalten, unsere Fähigkeiten und unsere Empfindungen. Zur Veränderung von Glaubenssätzen bietet NLP einige interessante Techniken und Interventionen an.

 

Grundannahmen des NLP sind Glaubenssätze über die Natur des Menschen. Sie werden auch "Vorannahmen" oder "Präsuppositionen" genannt und bilden die Grundlage jeglicher Arbeit mit NLP. Diese Grundannahmen sind nicht die "objektive Wahrheit", sie bieten jedoch einen praktischen, ethischen und ökologischen Rahmen für die Arbeit mit NLP. Beispiel: "Jedes Verhalten hat eine positive Absicht."

 

Gustatorisch heißt den Geschmack betreffend. Dazu gehört alles, was Du mit Deinem Geschmackssinn wahrnehmen kannst (z.B. sauer, süß, scharf, salzig, bitter). Redewendungen, die auf eine gustatorische Wahrnehmung hinweisen, sind z.B. "ein gefundenes Fressen", "Leckerbissen", "geschmacklos", u.a.

 

Innerer Zustand ist alles, was sich in Dir abspielt. Dazu gehören Deine Gedanken mit den inneren Bildern und Tönen und Deine Gefühle. Es gibt innere Zustände, die Dich unterstützen und solche, die Dich nicht unterstützen, um ein bestimmtest Ziel zu erreichen. Du kannst gewünschte innere Zustände mit Hilfe Deiner Gedanken, Deiner Körperhaltung/-bewegung und der Atmung selbst herstellen.

 

Kalibrieren meint im technischen Sinne, daß ein Meßinstrument "geeicht" wird. In der Kommunikation "eichst" Du Deinen "Wahrnehmungsapparat" auf den Gesprächspartner. Beim "Kalibrieren" stellst Du fest, welche nonverbalen Signale zu welchen inneren Zuständen der Person gehören und kannst ihn jederzeit wiedererkennen.

 

Kinästhetisch heißt das Fühlen betreffend. Er nimmt "kinästhetisch wahr", meint, daß er etwas fühlt. Er ist ein "kinästhetischer Wahrnehmungstyp", meint, daß er überwiegend den Gefühlssinn nutzt. Du kannst äußere Empfindungen auf Deiner Haut (taktil) und Gefühle aus Deinem eigenen Körper wahrnehmen (z.B. in den Muskeln, Sehnen, Gelenke (propriozeptiv), Organe im Brust-, Bauch- und Beckenbereich (viszeral) und über den Gleichgewichtssinn (vestibulär)). Werden in der Kommunikation vor allem Wörter wie z.B. fühlen, berührt sein, begreifen, behandeln, weich, warm, fest, glatt, sanft, Ausdruck,... benutzt, weist das auf den kinästhetischen Wahrnehmungstyp hin.

 

Kommunikation ist das gesamte Verhalten in einer zwischenmenschlichen Situation (Watzlawick). Nicht nur das, was Du bewußt sagst und wie Du es sagst, gehört zur Kommunikation, sondern auch jede Verhaltensweise (Gestik, Mimik, Körperhaltung, u.a.) die Du im Beisein mindestens einer Person tätigst, ist Kommunikation.

 

Kongruenz ist die Übereinstimmung von Denken, Fühlen und Handeln. Wenn Du kongruent bist, findet ein Zusammenspiel zwischen Deinem Gefühl, Deinem Denken und Deinem Körper statt. Du wirkst dann "authentisch" und "echt". Dagegen ist Inkongruenz, wenn jemand z.B. mit leiser Stimme "Ja" sagt, dabei jedoch mit dem Kopf "Nein" schüttelt.

 

Pacing und Leading heißt wörtlich übersetzt: "einhergehen" und "führend" und beschreibt den Prozeß des "Abholens" und des "Führens" einer Person innerhalb der Kommunikation in ein neues Verhalten. "Pacing" meint das Herstellen von Kontakt, indem Du Dich auf die Wahrnehmung, das Denken und das Verhalten des anderen einstellst. Durch das Verändern des eigenen Verhaltens "führt" man dann seinen Gesprächspartner ebenfalls in ein neues Verhalten. Grundlage für das Führen ist Nähe und Vertrauen (Rapport).

 

Modelle sind zum einen meist vereinfachte Darstellungen bzw. Abbildungen von bestimmten Sachverhalten. NLP ist in diesem Sinne ein Modell für die Struktur von subjektiven Erfahrungen. Zum anderen beschreibt das Wort "Modelle" die Personen, die Du als Vorbilder für bestimmte herausragende Leistungen ansiehst und von denen Du lernen kannst.

 

Modellieren ist das Lernen von erfolgreichen Modellen. Es ist das Herausfinden des "Wie genau tun sie es?". Wie verhalten sich erfolgreiche Menschen und was denken sie? Welche Strategien gebrauchen sie und wie kannst Du diese Erfolgs-Strategien für Dein Leben und Deine Person nutzen? Du kannst all das modellieren, was andere schon haben und Du in Deinem Leben gerne hättest.

 

Neuro-Linguistisches Programmieren(NLP) ist ein dem Leben abgeschautes Modell menschlicher Kommunikation und ein praktisches Modell davon, wie Menschen erfolgreich lernen. NLP bietet einen "bunten Strauß" an Möglichkeiten, wie Du persönliche Fähigkeiten weiterentwickelt kannst.

 

Ökologie-Check ist die Überprüfung eines Zieles im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen in allen Lebensbereichen ("externer Ökologie-Check", z.B. Beziehungen, Umwelt, Beruf, Freundschaften). Der "interne Ökologie-Check" strebt bei bevorstehenden Veränderungen das Gleichgewicht und die Rücksichtnahme aller in einer Person beteiligten Teile an (z.B. Interessen, Glaubenssätze, Werte, Strategien, Überzeugungen, Verhaltensweisen).

 

Olfaktorisch ist den Geruch betreffend. Dazu gehört alles, was Du mit Deinem Geruchssinn wahrnehmen kannst. Ein schönes Buch für die olfaktorische Wahrnehmungsebene ist "Das Parfüm" von Patrik Süsskind. Worte, die auf eine olfaktorische Wahrnehmung hinweisen, sind z.B. "es stinkt mir" und "verdufte".

 

Positive Absicht ist der Vorteil oder der Gewinn einer Verhaltensweise. Es ist eine Grundannahme des NLP, daß hinter jeder Verhaltensweise, mag sie noch so problematisch erscheinen, eine positive Absicht für den Anwender steckt.

 

Rapport meint in diesem Zusammenhang nicht eine militärische dienstliche Meldung, sondern ist die Bezeichnung für einen besonders guten zwischenmenschlichen Kontakt. Das Phänomen des Rapport kennst Du vielleicht unter Bezeichnungen wie "einen guten Draht haben", "miteinander schwingen" oder "in Verbindung sein". Rapport kann hergestellt werden über die gemeinsamen Denkweisen, Interessen und Einstellungen, aber auch über gemeinsame Körperhaltung, Sprache und Atmung.

 

Repräsentationssystem - Wir können Informationen in Form von Bildern, Tönen, Gefühlen, Gerüchen oder Geschmäcken wahrnehmen, abspeichern und wieder abrufen. Repräsentationssystem bezeichnet den oder die Sinneskanäle, in denen wir Informationen abspeichern und wieder abrufen. Wir haben fünf Repräsentationssysteme zur Verfügung: Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch, Gustatorisch.

 

Ressourcen sind all die individuellen Fähigkeiten, Stärken und Talente, die Du in Dir trägst. Ressourcen können Verhaltensweisen, innere Zustände (z.B. Ruhe, Sicherheit, Vertrauen), Strategien, bestimmte Gedanken, höchste Werte, Erfahrungen, die Verbindung zu Deiner inneren "Energie-Quelle" oder Dein Glauben an größere Zusammenhänge sein.

 

Separator beschreibt die Unterbrechung gegenwärtiger innerer Zustände. Das Wort läßt sich von "to seperate" ableiten, was soviel wie "auseinanderbringen, trennen" bedeutet. Durch das Trennen von "innerem Zustand" und der "Situation" kannst Du Dir - gerade in solchen Situationen, in denen Du Dich nicht gut fühlst - wieder Ressourcen zugänglich machen.

 

Spiegeln ist das genaue Anpassen von Teilen des eigenen Verhaltens an das des Gesprächspartners. Dabei stellst Du Dir vor, daß Du Verhaltensweisen der Person wie in einem Spiegel wiedergibst. Du kannst die Körperhaltung/-bewegung, die Sprache, die Stimme und die Atmung widerspiegeln. Durch das Angleichen eigener Verhaltensweisen an die Deines Gesprächspartners kannst Du bewußt einen guten Kontakt herstellen.( s.a. Pacing)

 

Submodalitäten sind die Untereigenschaften unserer Gedanken. Nachdem Du weißt, welches Repräsentationssystem (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen Schmecken) Du beim Erinnern oder Denken nutzt, kannst Du nun mit den Submodalitäten noch feiner unterscheiden, wie Du genau denkst. Visuelle Submodalitäten: Bewegung, Helligkeit, Farbe, u.a. Auditive Submodalitäten: Lautstärke, Tonhöhe, Entfernung, u.a. Kinästhetische Submodalitäten: Druck, Temperatur, Intensität, u.a. Die Veränderung von Submodalitäten kann eine Veränderung des Erlebens bewirken.

 

Strategien sind Gedanken- oder Verhaltenssequenzen, die dazu dienen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es gibt Strategien zu allen möglichen Verhaltensweisen, wie z.B. Kreativität, Selbstbewußtsein, Eifersucht, Liebe kreieren, Kontakt beenden, Spitzensportler werden, erfolgreich verkaufen, u.a. Besonders erfolgreiche Strategien werden im NLP zum Modellieren genutzt (z.B. die Kreativitäts-Strategie von Walt Disney oder die Rechtscheibstrategie).

 

Überkreuz-Spiegeln (Cross-pacing) bedeutet, daß Du nonverbale Signale Deines Gesprächspartners nicht direkt, sondern mit anderen nonverbalen Körpersignalen spiegeln kannst. So kannst Du z.B. mit dem Auf und Ab Deiner Handbewegung das Auf und Ab der Bewegungen des Brustkorbs Deines Gesprächspartners beim Atmen spiegeln. Wichtig beim Überkreuz-Spiegeln ist der gemeinsame Rhythmus.

 

Unbewußt sind all die Dinge, die von Dir - aus welchen Gründen auch immer - gerade in diesem Moment nicht aufgefaßt bzw. wahrgenommen werden können und die Dir dadurch nicht bewußt sind. Das Unbewußte unterstützt und beeinflußt unser Verhalten. Viele Tätigkeiten im Alltag übernimmt unser Unbewußtes. Manche Menschen behaupten, das "es" der Sitz unserer Intuition und unserer Kreativität ist.

 

Visuell heißt das Sehen betreffend. Du nimmst "visuell wahr", meint, daß Du etwas siehst. Du bist ein "visueller Wahrnehmungstyp", bedeutet, daß Du überwiegend den Sehsinn benutzt. Wörter, die auf die visuelle Wahrnehmungsebene hinweisen, sind z.B. sehen, hell, farbig, klar, Durchblick, Ansicht, Einsehen, Ansehen, Ausblick, u.a.

 

Wahrnehmungsfilter schützen uns vor einer Reizüberflutung und lassen uns nur bestimmte Bereiche aus der "objektiven" Welt herausfiltern. Wir konstruieren uns - gemäß unserer individuellen, sozialen und körperlichen Möglichkeiten der Wahrnehmung - unser "subjektives" Modell der Welt. Es gibt neurologische, soziale und individuelle Wahrnehmungsfilter. Sie sind die "Brillen", die Du ständig mit Dir herumträgst. Es gibt "Brillen", durch die Du z.B. nur siehst, was bei anderen schlecht ist und es gibt andere, durch die Du sehen kannst, was an anderen besonders schön ist.

 

Werte sind Deine grundlegenden Überzeugungen und Einstellungen zum Leben, die Dein Denken und Handeln bestimmen. Es sind die Antworten auf die Fragen: "Was ist Dir in Deinem Leben besonders wichtig?", "Wofür lohnt es sich zu leben?", "Wovon möchtest Du mehr und intensiver erleben?", "Was macht das Leben für Dich lebenswert?". Mögliche Antworten sind z.B. Lebensfreude, Liebe, Lebendigkeit, Harmonie, Offenheit, Spaß, Selbstverwirklichung, Vertrauen, u.a.

 

Ziele sind gewünschte, konkrete und sinnlich wahrnehmbare Ergebnisse. Mit Zielen formulierst Du, was Du in Deinem Leben erreichen möchtest. Ziele geben die Richtung an, in die Du Dich bewegen möchtest. Wenn Du weißt, wo Du hin möchtest, weißt Du auch, wer und was Dich darin unterstützen kann, Dein Ziel zu erreichen.

 

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